Fotos kostenlos einbetten: Was Getty nun erlaubt und worüber Nutzer trotzdem nachdenken sollten

Screenshot: gettyimages.de
Screenshot: gettyimages.de

Die Fotoagentur Getty Images hat angekündigt, dass jeder Nutzer die Bilder des Dienstes in Zukunft kostenlos auf seiner Seite oder einem sozialen Netzwerk einbetten kann. Wie ein solches Element aussieht, seht ihr zwei Absätze weiter unten. Ich habe im Blogpost aufgeschlüsselt, wem die neue Funktion was bringt, was dabei erlaubt ist und was man bei der Nutzung bedenken sollte.

„In einer zunehmend visuell geprägten Welt beschreitet Getty Images neue Wege“, schreibt der Dienst auf seiner Erklärseite zur Funktion. Die Erkentnis ist simpel wie logisch: Inhalte müssen heutzutage teilbar sein. Für Webseiten und Blogs klingt es zunächst verlockend: 35 Millionen Fotos stehen einem künftig zur Verfügung – kostenlos!

Wirklich kostenlos?

Was man sich klar machen muss: Kostenslos bedeutet nicht ohne Gegenleistung und natürlich hat Getty nichts zu verschenken, sondern eine Strategie: Wer präsent sein will, muss das Netz mit seinen Inhalten durchdringen – und dazu die längst vorhandenen Möglichkeiten nutzen. Es genügt nicht mehr, in Modellen auszuharren, die den Mechanismen der vernetzten Welt nicht entsprechen.

Getty hat seine Nutzungsbedingungen mit Einführung der Funktion um den Punkt „Eingebetteter Viewer“ erweitert:

Dabei erlaubt es Getty, die Bilder „auf einer Website, in einem Blog oder auf einer Social-Media-Plattform“ einzubetten. Nicht erlaubt ist es die Bilder „für jegliche gewerbliche bzw. geschäftliche Zwecke“ einzubetten.

Was das konkret bedeutet, hat Craig Peter von Getty im British Journal of Photography erklärt:

„The fact today that a website is generating revenue would not limit the use of the embed.“

Weitere Punkte aus den Nutzungsbedingungen:

1. Getty behält sich vor, Werbung unter den Bildern anzuzeigen. Derzeit ist das noch nicht der Fall.
2. Getty gibt sich außerdem die Berechtigung „Daten im Zusammenhang mit der Nutzung des eingebetteten Viewers und eingebetteter Getty Images-Inhalte zu erfassen.“
3. Die Agentur kann Fotos ohne Angabe von Gründen und Vorankündigung aus dem Viewer entfernen.

Wie das Einbetten funktioniert

Der „technische“ Aufwand ist so simpel, wie bei Facebook, Twitter, Instagram oder Youtube: Einbetten-Symbol anklicken, Code kopieren, einfügen, fertig. Auswahl und die vielen Details der Filterfunktionen haben mich tatsächlich begeistert: Eine tolle Stadtansicht? Kein Problem:


Ein Retro-Bild vom Fußball? Kein Problem:

Der Nachteil
– Hat der Artikel ausschließlich Bilder von Getty, hat die Linkvorschau bei Facebook, Google Plus und Co. kein Foto. Für eine ordentliche Vorschau ist man also noch auf ein eigenes Bild angewiesen.
Bildschirmfoto 2014-03-07 um 19.42.42

Mein Fazit
Was man trotzdem bedenken muss: Wer Fotos, Netzwerke und kostenlose Blog-Dienste nutzt, macht sich abhängig. Ich kann damit tolle Inhalte kuratieren, neu zusammensetzen, kreativ Dinge erschaffen – die Regeln bestimmen trotzdem andere.

Davon abgesehen finde ich die Entscheidung von Getty richtig. Sie trägt der heutigen Zeit Rechnung, sie schafft mehr Möglichkeiten. Sie kann Vorteile für Getty und die Nutzer haben. Alleine das verstanden zu haben und mutig statt ängstlich damit umzugehen, ist vermutlich schon ein Vorteil gegenüber vielen anderen Diensten.

Ich persönlich etwa sehe es als absolute Bereicherung etwa für meine Website, werde in Zukunft aber sicher nicht ausschließlich Getty Bilder nutzen. Aus Nutzersicht sollte man sich vielmehr überlegen, wann man auf welche Ressource zurückgreift und welche Daten man in welchem Dienst eingibt, kurz: wie abhängig man sein will.

Linktipps zum Thema:

1. Rechtsanwalt Thomas Schwenke hat 9 Fragen zur Nutzung der Bilder detailliert beantwortet: hier
2. Wie läuft die Sache mit der „nichtkommerziellen Nutzung“ konkret? Die Blogrebellen haben bei Getty nachgefragt: hier
3. Das Magazin Juiced erklärt, warum es keine Fotos von Getty verwenden wird: hier

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