Über die Nutzerzahlen von Facebook, Twitter, WhatsApp und Co. in Deutschland

Bild: mkhmarketing.wordpress.com/ (CC BY 3.0)

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Die weltweiten Nutzerzahlen der großen sozialen Netzwerke und Messengerdiensten sind zwar bekannt, eine Aufschlüsselung für Deutschland gibt es in vielen Fällen allerdings nicht. Als Social Media Redakteur habe ich täglich vor allem mit den für Deutschland relevanten Plattformen zu tun.

Deshalb will ich nachfolgend eine kurze – subjektive – Einschätzung zu den Zahlen (in Klammern) geben, die Christian Buggisch in einem Blogpost aufgelistet hat. Dabei wird auch klar: Eine Metrik, die alle Plattformen einfach vergleichbar macht, gibt es nicht.


Facebook (27 Mio.)

Gefühlt gibt es viele Berichte von jungen Leuten, die keine eigenen Inhalte bei Facebook mehr erstellen, sondern passiv mitlesen und ansonsten auf Instagram und Snapchat ausweisen. Mag sein; Facebook wächst in Nutzerzahlen nach meiner Beobachtung in Deutschland allerdings weiter stetig und gewinnt an Bedeutung.

Sheryl Sandberg sagte am 18. Januar 2016 in Berlin, dass Facebook in Deutschland 27 Millionen Nutzer hat, davon 78 Prozent täglich. Der Anteil an täglich aktiven Nutzern ist in Deutschland damit höher als im weltweiten Vergleich.

Instagram (9 Mio.)
Ist nach meinem Gefühl ebenfalls im Mainstream angekommen und wächst weiter ständig. Auf der DLD-Konferenz in München hat Instagram COO Marne Levine am 18. Januar erklärt, dass Instagram nunmehr 9 Millionen Nutzer in Deutschland hat. Von der Zahl der Nicht-Journalisten-Freunde ausgehend, die auf Instagram sind, kommt das hin.

Twitter (4 Mio.)

Für mich als Journalist bleibt Twitter eines der wichtigsten Netzwerke und das, was für andere Xing ist. Wenn etwas passiert, erfahren wir es zuerst auf Twitter. Meine Nicht-Journalisten-Freunde, die aktiv twittern, kann ich allerdings an einer Hand abzählen. Zu den Twitter-Zahlen hat Björn Schumacher vor einigen Monaten diese Hochrechnung veröffentlicht.

WhatsApp (~ 35 Mio.)

Hat nach meinem Gefühl mehr aktive Nutzer in Deutschland als Facebook. Weil’s jeder kapiert und niemand Angst hat, es zu nutzen. Die Familiengruppe mit den Eltern – die möglicherweise nicht bei Facebook sind – ist bei vielen längst Standard. Bei mir auch.

Google+ (0,66 Mio.)
Eine extrem schwammige Zahl. Dass die Bedeutung abnimmt, dürfte mittlerweile jeder Publisher gemerkt haben, sofern er nicht gerade eine Nische bedient, die auf Google+ angesiedelt ist. Spielt auch in meinem persönlichen Leben keine Rolle (mehr). Jeder ist irgendwie registriert, wenige nutzen das Soziale Netzwerk.

Snapchat (3 Mio.)
Das größte Schwarze Loch für Journalisten, auch aus Nutzersicht. Snapchat gehörte 2105 laut AppAnnie-Report zu den zehn Top-Apps nach Downloads (iOS und Google Play) in Deutschland. Die Zahl klingt erstmal hoch. Ich halte sie für realistisch; Tendenz deutlich steigend. Nur weil Journalisten keinen Einblick mehr in die Lebens- und Kommunikationswelten von jungen Menschen haben, heißt das nicht, dass es sie nicht gibt – im Gegenteil.

Foursquare/Swarm (0,6 Mio.)
Mag sein, dass da mal so viele angemeldet waren. Aktiv sind die meisten nach meinem Gefühl längst nicht mehr.

Und sonst so?
Was aus meiner Sicht wenig Sinn macht: Die Zahlen der Plattformen gegeneinander zu rechnen und zu vergleichen. Jede Plattform hat eine andere Funktion und entsprechend andere Metriken. Ja, mit Facebook erreiche ich die Masse und Twitter mag nicht sonderlich trafficrelevant sein. Ohne Twitter würde ich allerdings weniger gut in Echtzeit mitbekommen, was ganz aktuell in der Welt passiert. Was für wen wie gut ist, lässt sich am Ende nicht in fünf allgemeingültigen Punkten sagen. Die alles vergleichende Metrik gibt es in diesem Bereich nämlich nicht.

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